Bettina von Oertzen • 15. November 2018
Hat es geschmeckt?
„Waren Sie zufrieden, hat es Ihnen geschmeckt?“
Oft ist das eine rein rhetoriche Frage, weil das halt dazu gehört. Manchmal steckt aber auch echtes Interesse dahinter.
Die Mehrzahl der Restaurantgäste reagiert ziemlich gedankenlos, meistens ist die Antwort positiv. Alles war bestens, auch wenn die Suppe versalzen, der Fisch trocken oder das Gemüse verkocht war. Man sagt, ja ja prima, man war zufrieden oder sehr zufrieden; es hat gut oder sogar lecker geschmeckt.
Vielen ist es unangenehm, sich mit dem Servicepersonal wegen kleiner Qualitätsmängel auseinanderzusetzen. Der Kellner ist dafür ja auch nicht verantwortlich. Und den Koch kommen zu lassen, wäre dann doch zu umständlich und etwas peinlich.
Anders ist es zu Hause. Da hält man sich selten zurück. Da bringt man seine „konstruktive“ Kritik auch ungefragt an. Auf diese Suppe hat man gerade keinen Appetit; die Beilage schmeckt nicht; das Fleisch ist nicht zart genug; den Zwischengang will man lieber auslassen; und das liebevoll zubereitete Dessert möchte man jetzt nicht essen; man nimmt sich lieber von der Schokolade, die man vorhin im Schrank entdeckt hat.
So läuft es in Familien oft ab, und auch hier wird meistens nicht lange nachgedacht.
Wie wäre es, wenn man im Restaurant mit seinem Urteil ein bisschen ehrlicher, dafür in der Familie etwas weniger kritisch wäre?
Auch wenn es auf den ersten Blick für manchen etwas verwirrend aussehen mag, eigentlich ist es ganz einfach. Grundsätzliche Regel : Messer und Löffel rechts, Gabeln links. Das Besteck wird von außen nach innen benutzt, d.h. beim ersten Gang fängt man mit den äußersten Besteckteilen an und macht dann in der Reihenfolge in Richtung zum Teller weiter. Löffel und Messer liegen rechts vom Teller, Gabeln links, und so werden sie auch benutzt, Löffel und Messer nimmt man in die rechte Hand, Gabeln in die linke. Das Dessert-Besteck liegt quer oberhalb des Tellers. Der Löffel zeigt dabei nach links, die Gabel nach rechts. Den Teelöffel nimmt man in die rechte Hand, die Kuchengabel in die linke. Es spielt keine Rolle, ob man Rechtshänder oder Linkshänder ist. Die Regel gilt für alle gleichermaßen. Und noch eine Regel : Besteck, das einmal mit Essen in Berührung gekommen ist, sollte nicht mehr auf dem Tisch abgelegt und auch nicht am Tellerrand abgestützt werden. Wenn man eine Pause macht, aber danach weiteressen möchte, legt man das Besteck gekreuzt oder im Dreieick auf dem Teller ab, Spitzen nach oben. Erst wenn man mit Essen fertig ist, legt man das Besteck diagonal auf dem Teller ab, Griffe rechts, Spitzen links. Es kann helfen, wenn man sich eine Uhr vorstellt und die Besteckteile zwischen der 10 und der 4 ablegt.

Es geht auch anders!. Nachdem sich die ersten Gäste bedient haben, sieht der Butterteller oft so schmudelig aus, dass einem beim bloßen Anblick schon der Appetit vergeht.. Das kann man vermeiden, wenn man sich nur etwas Mühe gibt. Man soltle sich nichts abschaben und auch nicht kreuz und quer abschneiden , sondern eine Portion von der schmalen Seite her gerade abschneiden. Dann sieht die Butter immer appetitlich aus.




