Bettina von Oertzen • 24. September 2019
Gastfreundschaft
Nicht alle Gäste lädt man so richtig von Herzen gerne ein. Manchmal gibt es Verpflichtungen, gesellschaftlicher oder beruflicher Art. Das kennt jeder.
Trotzdem sollte man jeden Gast höflich behandeln. Das gehört sich so.
Ist einem ein Gast nicht sonderlich sympathisch, kann man das überspielen. Natürlich sollte man es dabei mit der Herzlichkeit nicht übertreiben. Das wäre unnatürlich. Man sollte jedoch höflich und freundlich sein.
Wenn sich ein Gast fordernd oder gar aggressiv verhält, fällt es schwerer. Da kann man nur die Ruhe bewahren und sich auf seine eigenen guten Manieren besinnen. Keinesfalls sollte man sich provozieren lassen. Man hüte sich auch davor, sich auf das gleiche Niveau zu begeben. Im schlimmsten Fall kann man den Flegel diskret in einen anderen Raum bitten und ihm dort mit freundlicher Bestimmtheit klarmachen, dass man sein Verhalten nicht tolertiert.
Vor Jahren hat ein Gast in meinem Haus versucht, meine anderen Gäste von seiner extremen politischen Meinung zu überzeugen. Er hatte sogar entsprechende Flyer mitgebracht, die er ohne mein Wissen auf der Kommode im Eingangsbereich deponierte. So etwas geht natürlich nicht. Da muss man als Gastgeber einschreiten, auch aus Rücksicht auf die anderen Gäste. Aber auch das sollte man in aller Höflichkeit tun. Man kann eine klare Botschaft sogar mit einem Lächeln überbringen und zwar so, dass es jeder versteht!
Auch wenn es auf den ersten Blick für manchen etwas verwirrend aussehen mag, eigentlich ist es ganz einfach. Grundsätzliche Regel : Messer und Löffel rechts, Gabeln links. Das Besteck wird von außen nach innen benutzt, d.h. beim ersten Gang fängt man mit den äußersten Besteckteilen an und macht dann in der Reihenfolge in Richtung zum Teller weiter. Löffel und Messer liegen rechts vom Teller, Gabeln links, und so werden sie auch benutzt, Löffel und Messer nimmt man in die rechte Hand, Gabeln in die linke. Das Dessert-Besteck liegt quer oberhalb des Tellers. Der Löffel zeigt dabei nach links, die Gabel nach rechts. Den Teelöffel nimmt man in die rechte Hand, die Kuchengabel in die linke. Es spielt keine Rolle, ob man Rechtshänder oder Linkshänder ist. Die Regel gilt für alle gleichermaßen. Und noch eine Regel : Besteck, das einmal mit Essen in Berührung gekommen ist, sollte nicht mehr auf dem Tisch abgelegt und auch nicht am Tellerrand abgestützt werden. Wenn man eine Pause macht, aber danach weiteressen möchte, legt man das Besteck gekreuzt oder im Dreieick auf dem Teller ab, Spitzen nach oben. Erst wenn man mit Essen fertig ist, legt man das Besteck diagonal auf dem Teller ab, Griffe rechts, Spitzen links. Es kann helfen, wenn man sich eine Uhr vorstellt und die Besteckteile zwischen der 10 und der 4 ablegt.

Es geht auch anders!. Nachdem sich die ersten Gäste bedient haben, sieht der Butterteller oft so schmudelig aus, dass einem beim bloßen Anblick schon der Appetit vergeht.. Das kann man vermeiden, wenn man sich nur etwas Mühe gibt. Man soltle sich nichts abschaben und auch nicht kreuz und quer abschneiden , sondern eine Portion von der schmalen Seite her gerade abschneiden. Dann sieht die Butter immer appetitlich aus.




