Bettina von Oertzen • 20. November 2017
Das Protokoll

Das Protokoll sei keine Hürde, sondern eine Hilfe, das hat Barbara Bush einmal gesagt.
Was für das politische und diplomatische Parkett gilt, ist grundsätzlich auch im Privaten gültig. Verhaltensregeln können unser Leben vereinfachen und den gesellschaftlichen Umgang erleichtern.
Wie viel wohler fühlt man sich, wenn man sich dem Anlass entsprechend richtig gekleidet fühlt. Wie viel lockerer kann man sich unterhalten, wenn man die Tabu-Themen des Smalltalks kennt und wie viel relaxter kann man das Essen genießen, wenn man weiß, welches Besteck für welche Speise gedacht ist.
Umgangsformen sollten aber nicht auf das Gesellschaftsleben beschränkt sein. Gutes Benehmen fängt zu Hause an.
Auch in der eigenen Familie sollten die zwei RRs des guten Benehmens gelebt werden:
Respekt und Rücksichtnahme
Respekt vor den Leistungen, Gefühlen und Meinungen der Anderen
Rücksichtnahme auf Wünsche und Bedürfnisse der Anderen
Fangen wir doch gleich mal damit an!
Wie wär’s, wenn wir am Wochenende am Tisch sitzen bleiben, bis alle in Ruhe fertig aufgegessen haben, ohne nervös mit dem Stuhl zu wackeln oder auf das Handy zu schielen?
Auch wenn es auf den ersten Blick für manchen etwas verwirrend aussehen mag, eigentlich ist es ganz einfach. Grundsätzliche Regel : Messer und Löffel rechts, Gabeln links. Das Besteck wird von außen nach innen benutzt, d.h. beim ersten Gang fängt man mit den äußersten Besteckteilen an und macht dann in der Reihenfolge in Richtung zum Teller weiter. Löffel und Messer liegen rechts vom Teller, Gabeln links, und so werden sie auch benutzt, Löffel und Messer nimmt man in die rechte Hand, Gabeln in die linke. Das Dessert-Besteck liegt quer oberhalb des Tellers. Der Löffel zeigt dabei nach links, die Gabel nach rechts. Den Teelöffel nimmt man in die rechte Hand, die Kuchengabel in die linke. Es spielt keine Rolle, ob man Rechtshänder oder Linkshänder ist. Die Regel gilt für alle gleichermaßen. Und noch eine Regel : Besteck, das einmal mit Essen in Berührung gekommen ist, sollte nicht mehr auf dem Tisch abgelegt und auch nicht am Tellerrand abgestützt werden. Wenn man eine Pause macht, aber danach weiteressen möchte, legt man das Besteck gekreuzt oder im Dreieick auf dem Teller ab, Spitzen nach oben. Erst wenn man mit Essen fertig ist, legt man das Besteck diagonal auf dem Teller ab, Griffe rechts, Spitzen links. Es kann helfen, wenn man sich eine Uhr vorstellt und die Besteckteile zwischen der 10 und der 4 ablegt.

Es geht auch anders!. Nachdem sich die ersten Gäste bedient haben, sieht der Butterteller oft so schmudelig aus, dass einem beim bloßen Anblick schon der Appetit vergeht.. Das kann man vermeiden, wenn man sich nur etwas Mühe gibt. Man soltle sich nichts abschaben und auch nicht kreuz und quer abschneiden , sondern eine Portion von der schmalen Seite her gerade abschneiden. Dann sieht die Butter immer appetitlich aus.



