Bettina von Oertzen • 27. August 2020
Austern, Hummer und Kaviar?
Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass man in einem Etikette-Kurs vor allem lernt, edle Speisen wie Hummer zu essen.
Sollte man tatsächlich einmal mit so einer Herausforderung konfrontiert sein, wird das in einem entsprechenden Lokal sein, und da kann man den Hummer vom Kellner auslösen lassen, genauso wie man sich den Fisch filettieren lässt. Damit zeigt man sogar eine gewisse Souveränität.
Es gibt ganz andere Fallstricke, wie zum Beispiel Salat oder so etwas Banales wie Spaghetti.
Salatblätter werden ja bekanntlich nicht mit dem Messer geschnitten, sondern gefaltet. Das kann man zu Hause üben, damit im Ernstfall nichts schief geht.
Nudeln schneidet man auch nicht. Man dreht sie auf die Gabel, was etwas Übung und eine gewisse Fertigkeit voraussetzt. Dabei sollte man mit der Gabel nicht mitten in die Pasta stechen, weil das „Päckchen“ sonst zu groß wird. Besser ist es, wenn man sich eine kleine Portion an den Tellerrand schiebt, bevor man mit dem Aufdrehen beginnt.
Wer aber jedes Risiko vermeiden will, bestellt gleich Penne, die man einzeln mit der Gabel aufspießen kann. Da kann dann nichts schief gehen, es sei denn man kleckert sich die Sauce auf das Hemd!
Auch wenn es auf den ersten Blick für manchen etwas verwirrend aussehen mag, eigentlich ist es ganz einfach. Grundsätzliche Regel : Messer und Löffel rechts, Gabeln links. Das Besteck wird von außen nach innen benutzt, d.h. beim ersten Gang fängt man mit den äußersten Besteckteilen an und macht dann in der Reihenfolge in Richtung zum Teller weiter. Löffel und Messer liegen rechts vom Teller, Gabeln links, und so werden sie auch benutzt, Löffel und Messer nimmt man in die rechte Hand, Gabeln in die linke. Das Dessert-Besteck liegt quer oberhalb des Tellers. Der Löffel zeigt dabei nach links, die Gabel nach rechts. Den Teelöffel nimmt man in die rechte Hand, die Kuchengabel in die linke. Es spielt keine Rolle, ob man Rechtshänder oder Linkshänder ist. Die Regel gilt für alle gleichermaßen. Und noch eine Regel : Besteck, das einmal mit Essen in Berührung gekommen ist, sollte nicht mehr auf dem Tisch abgelegt und auch nicht am Tellerrand abgestützt werden. Wenn man eine Pause macht, aber danach weiteressen möchte, legt man das Besteck gekreuzt oder im Dreieick auf dem Teller ab, Spitzen nach oben. Erst wenn man mit Essen fertig ist, legt man das Besteck diagonal auf dem Teller ab, Griffe rechts, Spitzen links. Es kann helfen, wenn man sich eine Uhr vorstellt und die Besteckteile zwischen der 10 und der 4 ablegt.

Es geht auch anders!. Nachdem sich die ersten Gäste bedient haben, sieht der Butterteller oft so schmudelig aus, dass einem beim bloßen Anblick schon der Appetit vergeht.. Das kann man vermeiden, wenn man sich nur etwas Mühe gibt. Man soltle sich nichts abschaben und auch nicht kreuz und quer abschneiden , sondern eine Portion von der schmalen Seite her gerade abschneiden. Dann sieht die Butter immer appetitlich aus.




